Reiseberichte
Europäisches Jugendchor Festival
in Basel
Im Schuljahr 2006/2007 bekamen die Primaner eine ganz besondere Botschaft überbracht, sie sollten beim Europäischen Jugendchor Festival in Basel als einziger deutscher Chor auftreten.
Diese Nachricht löste natürlich eine ungeheure Aufregung im Chor aus und es begannen auch sofort die Proben.
Dann war es endlich soweit, nach Monaten der Arbeit, machten sich die Primaner am 15. Mai 2007 auf den Weg um die Einladung der Schweiz anzunehmen. Nach einer Fahrt von über 10 Stunden erreichten wir Basel. In Muttenz wurden wir in die Gastfamilien eingeteilt, die uns hervorragend bewirteten. Sie gaben uns nicht nur Unterkünfte und richteten die nötigsten Mahlzeiten aus, sondern sorgten auch dafür, dass wir unsere Auftritte nicht verpassten und boten uns sogar an mit ihnen unsere Freizeit zu gestalten.
Am 16. Mai hatten wir dann das erste Konzert, das Eröffnungskonzert im Münster. Schon hier wurde uns bewusst was es für eine Ehre war eine solche Veranstaltung mitgestalten zu dürfen. An den folgenden Tagen holten die Primaner alles aus sich heraus um letztendlich am 19. Mai im Dom von Arlesheim dem Publikum mit »Lullaby« eine Gänsehaut zu zaubern.
Nach fünf kräftezährenden Tagen verausgabten wir uns dann ein letztes Mal um das Abschlusskonzert am 20. Mai mit allen Chören schön zu gestalten. Hier waren einige Mitglieder des Chores schon so erschöpft, dass sie bereits beim warten auf den Auftritt einschliefen. Dennoch war das Konzert gelungen, sodass die Heimfahrt guten Gewissens angetreten werden konnte.
So anstrengend diese Fahrt auch war, sie hat sich gelohnt. Ein jeder Schüler, der zu dieser Zeit im Chor dabei war, durfte bei etwas dabei sein, das man kein zweites Mal erlebt und bei dem nur die wenigsten dabei sein können. Basel wird für immer in unserer Erinnerung bleiben.
Benjamin Goethe
Graz, Österreich 08.07.- 14.07.2008
Im Sommer 2008 fuhren wir Primaner nach Graz, Österreich, um an den World Choir Games teilzunehmen, die nun zum 5. Mal ausgetragen wurden.
Es waren 93 Nationen durch insgesamt 441 Chöre vertreten- und wir waren einer von ihnen.
Die kulturelle Vielfalt bemerkten wir schon am 1. Tag, als alle Chöre unter ihrer Flagge die Stadt Graz durchquerten und somit die World Choir Games 2008 eröffneten. Dieser Eindruck verstärkte sich natürlich, als wir Lieder und die dazugehörigen Choreographien hörten und sahen, die so ganz anders waren als unsere.
“Singing together brings nations together“
Wie sehr dieses Motto der Chorolympiade aufging, erfuhren wir im Laufe der Woche, die wir singend in Graz verbrachten.
Im Anschluss an ein Galakonzert, das wir zusammen mit einem amerikanischen und einem südafrikanischen Chor gestaltet hatten, luden uns die Südafrikaner ein, gemeinsam mit ihnen ein Spiritual zu singen. Danach unterhielten wir uns noch eine Weile, und wann immer uns dieser Chor in Graz begegnete, freuten wir uns über bekannte Gesichter.
In dieser Juliwoche hatten wir Primaner ein ziemlich straffes Programm, denn neben Konzerten und Proben für den Wettbewerb, sollte unser Chor auch an einer TV-Show für das ORF teilnehmen.
Stundenlang probten wir also das Auf- und Abgehen von der Bühne, trainierten unsere Gesichtsmuskeln (für ein fernsehgerechtes Dauer-Smiling) und wurden über Konzepte informiert, deren Beständigkeit der Lebensspanne einer Obstfliege glich.
Aber auch jeder noch so gut durchgeplante Ablauf gerät ins Wanken, wenn verschiedene Chöre aufeinander treffen. So entschieden wir alle am Ende der Show, recht spontan, unsere uns zugewiesenen Positionen auf der Bühne zu verlassen und in der Mitte der Bühne gemeinsam zu feiern…
Der Wettbewerb
Der Tag, auf den wir Primaner uns fast ein Jahr lang vorbereitet hatten, war nun also da. Um 10 Uhr waren wir an der Reihe, um uns 20 Minuten lang in Höchstleistung zu präsentieren. Wir gaben alles.
Das Publikum weinte vor Rührung, ein Jurymitglied brachten wir zum Lachen, ein anderes war sichtlich begeistert und fing an zu klatschen.
Und wir? Wir fühlten beim Singen die Gemeinschaft im Chor, hatten Spaß und waren zufrieden mit uns.
… und schließlich
… gewannen wir Silber!
Der Wettbewerb hatte sich in jeder Hinsicht gelohnt:
Intensive Proben im Vorfeld und ein Ziel vor Augen brachten uns in diesem Schuljahr musikalisch weiter voran.
In Graz erlebten wir Chöre aus allen Ecken der Welt und diese Eindrücke werden auf jeden von uns individuell wirken.
Aber was am wichtigsten ist: Die Primaner sind als Chor weiter zusammengewachsen und haben erlebt, dass „Musik da anfängt, wo das Wort aufhört“.
Hanna- Lena Kühn